Geschichte

Herkunft

Vom geschichtlichen Standpunkt her lassen sich die Anfänge des Karate bis etwa 3000 v. Chr. zurückverfolgen. Geografischer Ausgangspunkt dürften damals Indien und die frühere Türkei gewesen sein. Um in Friedenszeiten die Kampfbereitschaft militärischer Truppen aufrecht zu erhalten wurden diverse Übungen zur Körperertüchtigung durchgeführt. Dies geht bereits aus Berichten von Alexander dem Großen hervor. Um ca. 523 n. Chr. brachte der Mönch und ZEN - Priester Bodhidarma seine Vorstellungen des Zen-Buddhismus zum Shaolin Kloster nach China.Buddhistische  Mönche bei verschiedenen Kampfübungen

Karate - Ursprung und Philosophie

Karate ist ein Kampfsport, dessen Ursprünge bis etwas 500 Jahre n.Chr. zurückreichen. Chinesische Mönche, die keine Waffen tragen durften, entwickelten aus gymnastischen Übungen im Lauf der Zeit eine spezielle Kampfkunst zur Selbstverteidigung. Diese Kampfkunst galt auch als Weg der Selbstfindung und Selbsterfahrung. Als Sport ist Karate relativ jung: Erst Anfang des Jahrhunderts entstand in Japan aus der traditionellen Kampfkunst ein Kampfsport mit eigenem Regelwerk. Auch heute noch spiegelt sich im Karate-Do die fernöstliche Philosophie wider. Übersetzt bedeutet "Karate-Do" soviel wie "der Weg der leeren Hand". Im wörtlichen Sinn heißt das: der Karateka (Karatekämpfer) ist waffenlos, seine Hand ist leer. Das "Kara" (leer) ist aber auch ein ethischer Anspruch. Danach soll der Karateka sein Inneres von negativen Gedanken und Gefühlen befreien, um bei allem, was ihm begegnet, angemessen handeln zu können. Im Training und im Wettkampf wird dieser hohe ethische Anspruch konkret: Nicht Sieg oder Niederlage sind das eigentliche Ziel, sondern die Entwicklung und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit durch Selbstbeherrschung und äußerste Konzentration. Die Achtung des Gegners steht an oberster Stelle.

Karate - Entwicklung in Deutschland

Im Jahre 1957 führte Jürgen Seydel (geb. 12.09.1917) die Kampfkunst Karate in Deutschland ein. Der Judoka Seydel wurde durch einen Lehrgang mit den Karate-Großmeistern Mirakami und Mochizuki in Südfrankreich dazu inspiriert, am 01.04.1957 das erste Karate Dojo Deutschlands, den "Budokan Bad Homburg", zu gründen. Bereits zwei Jahre später legte er die Prüfung zum ersten Dan ab und blieb bis zum Jahre 1965 der einzige Danträger Deutschlands. Auf seine Initiative wurde am 27.07.1961 der erste Karate Verband Deutschlands, der Deutsche Karate-Bund (DKB), gegründet. Sein bayerischer Ableger war der "Bayerischer Karate Verband" (BKV), eher straff organisiert und auf die Stilrichtung Shotokan und Cheftrainer Hideo Ochi ausgerichtet.

Eine gleichstarke Gruppe von Sportler hatte seit etwa 1962 ebenfalls Karate meist anderer Stilrichtungen betrieben und schloss sich 1965 innerhalb des DJB als Sektion Karate ("SeKa") des Judobundes zusammen.

Die Gründungsversammlung fand am 11. / 12. Dezember 1965 bei der TG Schweinfurt statt. Rolf Brand ( Sachbearbeiter für Judo-Praktiken im DJB) wurde vom DJB hierzu nach Schweinfurt entsandt um mit verschiedenen Karatevertretern (11 Personen) aus ganz Deutschland die SeKa zu gründen. Ziel dieser Arbeitstagung war es, die junge Sportart Karate unter den Fittichen des Deutschen Judo Bundes zu organisieren und den Anschluß an das europäische Karate zu finden. Die erste offizielle Deutsche Karate Meisterschaft fand dann im April 1966 in Schweinfurt statt. Als Konkurrenz zum DKB wurde 1976 die "Deutsche Karate Union" (DKU) gegründet.

Gegründet wurde auch 1976 ein eigener Landesverband die "Bayerische Karate Union" (BKU), sie war stiloffen und vertrat Shotokan, Wado-Ryu und Kyokushinakai.

Im Jahr 1976 wurde der "Deutsche Karate Verband" DKV begründet als damals lockere Dachorganisation der Verbände DKB, DKU, DJKV, Wado-Kai-Goju-Ryu und einer im DJB verbliebenen restlichen bundesweiten Karate - Gruppe von SeKa - Leuten. Ziel war es sich langsam zusammenzufinden und mittelfristig die einzelnen Verbände aufzulösen und vollständig in den DKV zu integrieren.

Die DKU und DKB lösten sich erst endgültig im Jahre 1988 auf.

Am 28. Oktober 1989, sechs Jahr nach Gründung des BKB wurde in Nürnberg auch die BKU aufgelöst. Beide bayerische Karate - Verbände haben das gleiche Ziel, die Aufnahme in den BLSV. Deshalb gründeten BKV und BKU 1977 den "Bayerischen Karate Dachverband" (BDKV). Ein gemeinsamer Sportbetrieb kam ab 1978 ins Laufen, es konnte die erste Bayerische Mannschaftsmeisterschaft des BKDV in Rottenburg durchgeführt werden, bei der 14 Teams aus beiden Verbänden erschienen. Damit der Großteil der Karateka in den Bayerischen Landessportverband aufgenommen werden konnten, wurde am 1. Mai 1982 der "Bayerische Karate Bund" (BKB) gegründet.

Der BKB wurde am 1. März 1983 als ordentliches Mitglied in den BLSV aufgenommen. In der Folgezeit wuchs der BKB von Jahr zu Jahr an Mitgliedern und Ansehen und etablierte das japanische Karate als anerkannte Sportart im BLSV.

Karate - Entwicklung in Bayern

Die Vorläuferorganisationen des Bayerischen Karate Bundes

Seit 1961 ist das japanische Karate in Deutschland präsent, damals in Form des "Deutschen Karate Bundes" DKB, des ältesten Deutschen Fachverband. Sein bayerischer Ableger war der "Bayerischer Karate Verband" (BKV), eher straff organisiert und auf Shotokan und Cheftrainer Hideo Ochi ausgerichtet. Eine gleichstarke Gruppe von Karateka hatte ursprünglich Karate als Sektion des Judobundes betrieben. Die Mehrzahl davon gründete einen eigenen Verband, die "Bayerische Karate Union" (BKU). Ein kleiner Teil, die sogenannte "SeKa" blieb beim Judobund und damit im BLSV. Die BKU war stiloffen und vertrat Shotokan, Wado-Ryu, Goyu-Ryu und Kyokushinkai. Bereits in den 70 Jahren hatten beide Verbände das gleiche Ziel, gemeinsamer Sportbetrieb und die Aufnahme in den BLSV. Nach einer Reihe von gemeinsamen Veranstaltungen, wie z.B. einer gemeinsamen Bayerischen Meisterschaft 1973 in Bamberg gelang es schließlich sich auch auf Verwaltungsebene zu einigen und so gründeten der BKV und die BKU 1977 den "Bayerischen Karate Dachverband" (BDKV). So konnte 1978 die erste Bayerische Mannschaftsmeisterschaft des BKDV in Rottenburg durchgeführt werden, bei der 14 Teams aus beiden Verbänden erschienen: "Ausgewogene Kampfrichterbesetzungen und klare Bewertungen ließen Proteste ausbleiben." Am 4. März 1978 fand die erste gemeinsame Bayerische Karate Meisterschaft in Nürnberg statt. Der Ausrichter SV Nürnberg Süd konnte 170 Kämpfer begrüßen, der Weg in eine gemeinsame sportliche Zukunft war geebnet.

Karate - ein Sport für uns alle

Ob Ausgleichssport, allgemeine Fitneß oder Selbstverteidigung, Karate eröffnet allen Altersgruppen und Interessenlagen ein breites sportliches Betätigungsfeld. Karate ist nicht nur spannend für alt und jung. Durch die Vielseitigkeit fördert Karate Gesundheit und Wohlbefinden. Auch deshalb haben sich viele junge und ältere Menschen für diesen Sport entschieden. In den meisten Vereinen gibt es Anfängerkurse, die den Einstieg leicht machen: Stufe um Stufe wachsen Geschicklichkeit und Leistungsvermögen. Die farbigen Gürtel der Budosportarten sind dabei Hilfe und Ansporn.

Karate - Ein Sport auch für Behinderte

In einem solchen Konzept soll der Gesundheitsbegriff im Sinne der klassischen WHO-Definition auch körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden einschließen. Der Karatesport Karate für Menschen mit Behinderung kann als Teil eines Gesamtkonzepts "Gesundheitsförderndes Karate" aufgefasst werden, wobei ein Gesundheitsbegriff gemeint ist, der somatisches, psychisches und soziales Wohlbefinden, individuelles Gesundheitsverhalten und strukturelle Dimensionen einschließt.

Der allgemeine Karatesport/die Kampfkunst Karate für Menschen mit Behinderung soll:

a) Einen Ausgleich schaffen zur Bewegungsarmut
b) Der Gesundheitsvorsorge (im o. g. Sinne: physisch, psychisch, sozial) dienen
c) Spiel und Spaß vermitteln
d) Soziale Kompetenz (z. B. Fairness, Empathie, Teamfähigkeit, Führungsqualitäten) fördern
e) Kommunikation zwischen Menschen mit und ohne Behinderung stärken
f) Gesellschaftlich benachteiligte Gruppen gezielt fördern und integrieren
g) Leistungsfähigkeit und Leistungsvergleich (Wettkämpfe) fördern
h) Den internationalen Austausch (z. B. internationale Wettkämpfe) fördern
i) Einen Beitrag zur Identifikation mit der Karatesport/Kunst leisten
j) Ein Anlass für innovatives konzeptionelles Arbeiten sein
k) Ein Übungsfeld zu sportwissenschaftlichen Forschungen sein

 

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1. offene bayer. Meisterschaft für Menschen mit Behinderung